Projekte für starkes Bad Homburg > 7. Jacobi-Klimapark
Entwicklung des ehemaligen Klinikareals als „Jacobi-Klimapark“
mit sukzessiver, bedarfsorientierter Punktbebauung.
Mit dem Erwerb des ehemaligen Klinikareals verfügt die Stadt Bad Homburg über eine einmalige städtebauliche Entwicklungschance. Die aktuellen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, insbesondere die hohen Baukosten und die Zurückhaltung privater Investoren auf Grund allgemeiner stagflationärer Markttendenzen - nicht nur bei großflächigen Wohnbauprojekten-, legen nahe, alternative und langfristig tragfähige Entwicklungsmodelle zu prüfen.
Karte: Openstreetmap.de
Gerade weil die Stadt nun selbst etwa 35 Mio. € für das Grundstück des ehemaligen Kreiskrankenhauses an der Urselerstraße bezahlt hat, besitzt sie erstmals die Möglichkeit, nicht unter dem Druck eines Investors ein Maximum an Wohnfläche zu erzeugen, sondern ein Pilotprojekt für klimaangepassten Städtebau im Rhein-Main-Gebiet zu entwickeln.
Das bisher diskutierte Modell einer vollständigen und zeitnahen Bebauung des Areals birgt jedoch die Gefahr einer städtebaulich und architektonisch wenig differenzierten Entwicklung sowie erheblicher wirtschaftlicher Risiken.
Demgegenüber eröffnet das Konzept eines Jacobi-Klimaparks die Möglichkeit, zunächst einen hochwertigen öffentlichen Freiraum mit unmittelbarem Nutzen für die Bürgerinnen und Bürger zu schaffen und gleichzeitig die langfristige Entwicklung des Areals offen zu halten.
Das ehemalige Klinikareal liegt in einem klimatisch besonders sensiblen Bereich zwischen dem Taunushang und den südlichen Stadtbereichen. Die vorhandenen klimatischen Untersuchungen der Stadt Bad Homburg weisen auf die Bedeutung von Frischluft- und Kaltluftströmen (blau) für das Stadtklima hin.
Hervorgerufen durch sich abkühlende Luftmassen am südlichen Taunushang des Nachts wird beständig für frische Luft (Champagnerluft) in den Taunusstädten bis hin nach Frankfurt gesorgt. Diese Frischluftschneisen solten nicht mit einer geschlossenen Blockbebauung behindert werden.
Eine lockere, parkartige Bebauungsstruktur mit großzügigen Freiflächen kann dazu beitragen, diese Funktionen dauerhaft zu erhalten.
Das vorgeschlagene Konzept verfolgt daher einen neuen Ansatz der Stadtentwicklung:
zunächst Landschaft und Klimaraum schaffen,
unterhalb Geländeniveau - vorbereitende Planungen für späteren Wohnungsbau
unterhalb Geländeniveau - Errichtung einer Quartiersgarage.
Herrichtung einer Naturlandschaft mit sukzessiver Bebauung nach Bedarf
Wohnungsbau erst nach tatsächlichem Bedarf entwickeln,
Nachhaltigkeit, Klimaschutz und Lebensqualität miteinander verbinden.
Die sukzessive Entwicklung durch einzelne, architektonisch unterschiedliche 4-5 geschossigen Punkthäuser erlaubt eine flexible Anpassung an zukünftige gesellschaftliche, wirtschaftliche und demografische Entwicklungen. Gleichzeitig entsteht schon heute ein neuer, identitätsstiftender Stadtpark, der Bad Homburg als Vorreiter einer klimaangepassten Stadtentwicklung positionieren kann.
Wie ein Jacobi-Klimapark aussehen könnte:
Auf 28.500 m² ließen sich beispielsweise realisieren:
Nutzung Fläche
Zentraler Park 15.000 m²
Landschaftswall an der Urseler Straße 3.000 m²
Wege/Wasserflächen, Kiefern, Felsen 2.500 m²
Reserve für Punktgebäude 8.000 m²
Darauf könnten später entstehen:
8–12 Punkthäuser mit ausladenden Flachdächern
jeweils 4–5 Geschosse
Grundfläche 300–400 m²
insgesamt etwa 200–300 Wohnungen
teilweise in Holz-Massivbauweise, schnelle Realisierung durch industrielle Vorfertigung
Die Bebauungsdichte wäre deutlich geringer als bei einem klassischen Investorenquartier. Doch schon heute würde vorausschauend eine naturnahe Landschaft den Bürgern zur Verfügung entstehen, die nach Bedarf mit freistehenden Wohngebäuden ergänzt würde, so dass eine Durchlüftung des Stadtteils weitgehend erhalten bliebe.
Das Leitbild dieses Antrags lautet daher:
"Nicht zuerst Häuser bauen und danach versuchen, zu Begrünen – sondern heute schon eine Landschaft schaffen und darin ein nachfrageorientiertes Straßencarrée wachsen lassen."