Während in aller Welt autonome Mobilität den öffentlichen Nahverkehr revolutioniert, diskutiert Bad Homburg weiterhin über jahrzehnte alte Verkehrskonzepte mit jahrelangem Planungshorizont.
Ist es an der Zeit, die Mobilität der Zukunft neu zu denken? Der folgende Beitrag zeigt auf, warum sich unsere Stadt am RMV Pilotprojekt für autonomes Fahren beteiligen sollte.
Neubewertung des U2-Projekt auf Grund geopolitischer Lage:
Die Verlängerung der U2 basiert auf Zahlen aus dem Jahr 2009. Damals: 55 Millionen Euro. Heute sprechen wir von rund 200 Millionen Euro. Eine aktuelle Wirtschaftlichkeitsprüfung fehlt bisher. Gleichzeitig verschärft die geopolitische Lage durch militärische Eskalation im Persischen Golf und in der Ukraine. Das bedeutet: steigende Energiepreise, teurere Materialien, unsichere Märkte. Weltweite Ereignisse sind eingetreten, die sich auf das langfristige U2-Projekt negativ auswirken werden.
Die Frage ist: Entscheiden wir auf Basis aktueller Fakten – oder auf Grundlage veralteter Zahlen?
Wir fordern: Transparenz, eine neue Bewertung und eine klare Förderzusage.
Entwicklung des ehemaligen Klinikareals zum „Jacobi-Klimapark“.
Mit dem Erwerb des ehemaligen Klinikareals verfügt die Stadt Bad Homburg über eine einmalige städtebauliche Entwicklungschance.
Die aktuellen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, insbesondere die hohen Baukosten und die Zurückhaltung privater Investoren auf Grund allgemeiner stagflationärer Markttendenzen - nicht nur bei großflächigen Wohnbauprojekten-, legen nahe, alternative und langfristig tragfähige Entwicklungsmodelle zu prüfen.
Warum wurde ein erneuter Sicherheits-Check der Freitreppe der Alfred-Herrhausen-Brückeabgelehnt?
Die Freitreppe der Alfred-Herrhausen-Brücke verbindet den Bahnhof mit der Innenstadt.
Sie wird täglich von zahlreichen Menschen genutzt.
Handläufe befinden sich derzeit ausschließlich an den äußeren Rändern der 6,20m breiten Außentreppe. Wer in der Mitte läuft findet beim Stolpern möglicherweise keinen Halt
Es ging bei diesem Antrag ausschließlich um die Frage, ob neue technische Möglichkeiten bestehen, zusätzliche Zwischenhandläufe zu ermöglichen.
Die Prüfung wurde jedoch mehrheitlich durch CDU; SPD; FDP; GRÜNE abgelehnt.
U2-Baumaßnahme im Ulmenweg: Was passiert mit den Stellplätzen der Anwohner?
Der Ulmenweg ist eine rund 200 Meter lange und etwa 4,50 Meter breite Sackgasse mit Wendehammer.
Entlang der Wohnbebauung befinden sich die Mehrfamilienhäuser Ulmenweg 1 bis 11 mit insgesamt 36
Wohneinheiten. Für diese stehen lediglich zehn Reihengaragen zur Verfügung.
Bereits heute werden entlang des etwa 1,30 Meter breiten Gehwegs regelmäßig Kraftfahrzeuge abgestellt.
Mit der Verlängerung der U-Bahnlinie U2 verändert sich diese Situation grundlegend.
Die bisherige Bahnböschung wird vollständig entfernt. An ihrer Stelle entsteht eine rund 200 Meter lange Stahlbeton-Stützwand mit einer Höhe von etwa 4 Metern.
Ergebnis des Prüfantrags "Neues Kurwesen - Long-Covid-Kompetenzzentrum"
1,5 Mio. Betroffene in Deutschland,
davon zirka 1.000 Menschen aus Bad Homburg.
63 Milliarden Euro volkswirtschaftliche Kosten pro Jahr.
Bad Homburg hat eine 200-jährige Tradition als Gesundheitsstadt. Wir wollten lediglich durch den Ausschuss prüfen lassen, ob Menschen mit Long-COVID und chronischen Ermüdungssyndrom mit Etablierung eines Kompetenzzentrums für Bad Homburg besser geholfen werden kann.
Selbst dieser Prüfantrag wurde einstimmig durch die Fraktionen der CDU, SPD, FDP, GRÜNE, Bürgerliste-Bad Homburg BLB / die Linke im Haupt- und Bürger-Ausschuss abgelehnt.
Warum wir die Idee weiterhin für wichtig halten:
Über den Inhalt der Ausschuss-Sitzung erfahren Sie mehr
Die KEHRTWENDE – Bad Homburg hat zur aktuellen Legislaturperiode einen Antrag eingebracht, Bad Homburg als modernen Gesundheits- und Kurstandort für die Behandlung von Long COVID, chronischen Ermüdungssyndrom und Post-Vac-Erkrankungen weiterzuentwickeln.
Der Antrag „Neues Kurwesen“ wird am:
18.06.2026 um 18:30 Uhr
im Haupt- und Bürgerbeteiligungsausschuss beraten.
Bad Homburg besitzt als traditionsreiche Kurstadt ideale Voraussetzungen:
medizinische Infrastruktur,
internationale Bekanntheit,
eine lange Geschichte als Gesundheitsstandort,
und die Chance, neue medizinische Kompetenzzentren aufzubauen.
Gerade im Bereich Long COVID und chronischer Erschöpfung erleben viele Betroffene bis heute eine schwierige Versorgungslage. Fachwissen ist selten, spezialisierte Einrichtungen fehlen und viele Menschen fühlen sich mit ihren Beschwerden allein gelassen. Wir dürfen diese Menschen nicht alleine lassen.
Ganz besonders bedanken möchten wir uns herzlich für die Unterstützung durch Herrn Dr. Jörg-Heiner Möller, Kardiologe und Internist, der mit einem persönlichen Videobeitrag unsere Initiative unterstützt.
Wie belastbar sind die aktuellen Kostenannahmen des U2-Projekts wirklich?
Die Verlängerung der U-Bahnlinie U2 zum Bahnhof Bad Homburg gehört zu den größten Infrastrukturprojekten in der Geschichte unserer Stadt. Als die ersten Planungen entstanden, war von Projektkosten in Höhe von rund 55 Millionen Euro die Rede. Heute liegen die Kosten bei etwa 200 Millionen Euro.
Trotz dieser enormen Kostensteigerung wird öffentlich erklärt, dass die Wirtschaftlichkeit des Projekts weiterhin gegeben sei und die aktuelle Nutzen-Kosten-Untersuchung sogar einen Nutzen-
Kosten-Index von etwa 1,5 ergeben habe.
Doch wie belastbar sind diese Zahlen tatsächlich?
Genau dieser Frage widmet sich eine neue Anfrage der KEHRTWENDE – Bad Homburg an den Magistrat.
Der Mythos vom besseren Umstieg am Bahnhof Bad Homburg
Man hat es uns versprochen, dass mit der unterirdischen U2-Verlängerung der Bahnhof Bad Homburg zu einem modernen Knotenpunkt wird, der S-Bahn mit der U-Bahn zusammen führt.
Kurze Wege. ein schneller Umstieg. Der Bahnhof Bad Homburg – als neues Zentrum der Mobilität.
Doch schauen wir genauer hin.
Wer mit der U2 am Bahnhof ankommt, steigt nicht direkt um zur S-Bahn die daneben auf ihn wartet. Nein. Für die U-Bahn ist nur Gleis 1 geplant. Eingleisig. Zwangsläufig gibt es hintereinanderliegend einen Einsteigebahnsteig 1.1 und einen 200 Meter entfernten Aussteigebahnsteig 1.2 der außerhalb des Bahnhofs liegt. Die ankommende U2 endet 200m vor dem Bahnhofsgebäude, da im Bahnhof die abfahrende U2 steht.
Fazit:
Der Umstieg am Bahnhof Bad Homburg ist nicht besser. Er ist nur viel teurer. 200 Millionen Euro.
Und der errechnete geldwerte Nutzen von 300 Mio Euro? Der bleibt aus.
Offene Fragen zur Wirtschaftlichkeit des U2-Projekts
Die geplante Verlängerung der U-Bahnlinie U2 gehört zu den größten Infrastrukturprojekten in Bad Homburg. Grundlage für die Förderfähigkeit solcher Projekte ist die sogenannte Nutzen-Kosten-Untersuchung (NKU).
Hier gibt es seit 2009 deutliche Veränderungen bei Kosten und Nutzen. Nach aktuellen Erkenntnissen liegt für das Projekt eine neue, bislang nicht veröffentlichte NKU aus dem Jahr 2025 vor. Trotz einer erheblichen Kostensteigerung um das 3-4-fache – von ursprünglich rund 55 Mio. € (2009) auf inzwischen etwa 200 Mio. € – soll weiterhin ein positiver Nutzen-Kosten-Index (NKI) von rund 1,5 erreicht werden.
Das bedeutet:
NKU 2025:
Nutzen: rechnerisch ca. 300 Mio. € / Kosten: ca. 200 Mio. € = NKI 1,5
Die zentrale Frage: Nur wenn sich derNutzenerhöht, lässt sich dieKostensteigerung um das 3-4-fache rechtfertigen.Doch woher kommt der zusätzliche Nutzen in Höhe von 185 Mio €?
Fragen an das Regierungspräsidium Darmstadt - Abgelehnt
Die Verlängerung der U-Bahnlinie U2 in Bad Homburg ist ein Großprojekt mit mittlerweile rund 200 Millionen Euro Kosten. Ob solche Projekte umgesetzt und vom Bund gefördert werden, hängt maßgeblich von ihrer Wirtschaftlichkeit ab – gemessen am sogenannten Nutzen-Kosten-Index (NKI).
Doch genau hier beginnt das Problem.
Während der Bund die Förderung nur gewährt, wenn der berechnete Nutzen höher ist als die Kosten, erklärt die zuständige Genehmigungsbehörde, das Regierungspräsidium Darmstadt, gleichzeitig:
Die Nutzen-Kosten-Untersuchung sei für die Genehmigung des Projekts „nicht maßgeblich“.
Damit entstehen zwei völlig unterschiedliche Bewertungslogiken für ein und dasselbe Projekt:
Auf der einen Seite: Förderung nur bei nachgewiesener Wirtschaftlichkeit
Auf der anderen Seite: Genehmigung unabhängig von dieser Wirtschaftlichkeit
Die entscheidende Frage lautet daher:
Auf welcher Grundlage wird ein 200-Millionen-Euro-Projekt genehmigt, wenn nicht anhand seiner Wirtschaftlichkeit?
Vergleich der Wirtschaftlichkeit U2 vs. S-Bahnstation Gonzenheim
Die KEHRTWENDE – Bad Homburg hat im Zusammenhang mit dem laufenden Förderverfahren zur Verlängerung der U-Bahnlinie U2 eine erneute Prüfung der Wirtschaftlichkeit sowie möglicher Alternativen gefordert.
Hintergrund ist die erhebliche Kostensteigerung des Projekts von ursprünglich rund 55 Millionen Euro im Jahr 2009 auf inzwischen etwa 200 Millionen Euro. Trotz dieser Entwicklung wird weiterhin ein Nutzen-Kosten-Index von etwa 1,5 angegeben, der nur knapp über der Fördergrenze liegt. Der errechnete Nutzen muss also mit den steigenden Kosten „mitgewachsen“ sein.
Besonders kritisch sieht die KEHRTWENDE die fehlende Transparenz hinsichtlich der zugrunde liegenden Berechnungen. Die ursprüngliche Nutzen-Kosten-Untersuchung aus dem Jahr 2009 basierte auf Fahrgastzahlen, bei denen auch Frankfurter Binnenverkehre berücksichtigt wurden.
Es stellt sich die Frage, in welcher Form diese Annahmen in der aktuellen Bewertung korrigiert wurden. Dennoch wird weiterhin ein vergleichbarer Nutzen-Kosten-Index 1,5 genannt, was zusätzlichen Klärungsbedarf auslöst.
Vor diesem Hintergrund bringt die KEHRTWENDE eine konkrete Alternative in die Diskussion ein: die Errichtung einer S-Bahnstation Gonzenheim. Diese Option ist nicht neu, sondern bereits im Flächennutzungsplan 2010 vorgesehen. Eine solche Maßnahme könnte mit deutlich geringeren Investitionskosten im Bereich von etwa 5 bis 20 Millionen Euro umgesetzt werden und dennoch einen erheblichen Teil der verkehrlichen Zielsetzung der U2-Verlängerung erreichen.
Nach den Grundsätzen der Wirtschaftlichkeitsbewertung könnte eine solche Alternative ein deutlich höheres Nutzen-Kosten-Verhältnis aufweisen. Gleichzeitig würden aktuelle Risiken wie steigende Baukosten, Energiepreise und Unsicherheiten in den Lieferketten deutlich geringer ins Gewicht fallen.
Die KEHRTWENDE fordert daher eine vergleichende Prüfung, in der sowohl die aktuelle Datengrundlage der U2-Verlängerung als auch mögliche Alternativen nachvollziehbar bewertet werden.