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Abwägungsfehler - der überbewertete Umsteigevorteil

Aktuell
Fehleinschätzung bei der U2-Verlängerung:
Der überschätzte Umsteigevorteil am Bahnhof Bad Homburg
Die Verlängerung der U-Bahnlinie U2 zum Bahnhof Bad Homburg wird seit Jahren mit einem zentralen Argument begründet:
Der angeblich deutlich verbesserte Umstieg zwischen U-Bahn und S-Bahn am Bahnhof Bad Homburg.
Doch eine genauere Analyse der Planung zeigt:
Dieser Vorteil wird systematisch überschätzt.

Bahnhof Bad Homburg - nur das Gleis 1 ist für die U-Bahn U2 vorgesehen.
das bedeutet: hintereinanderliegender Einsteigebahnsteig (1.1) und Aussteigebahnsteig (1.2) auf einem Gleis für die U-Bahn U2.
Audio - eigener Text

Die Planung der neuen U2-Endstation am Bahnhof Bad Homburg sieht vor:
 
  • ausschließlich eingleisiger Betrieb am GLEIS 1
  • getrennte Ein- und Aussteigebahnsteige / hintereinanderliegende Bahnsteig 1.10 und 1.20
  • der Aussteigebahnsteig der U2 befindet sich ca. 200 Meter vom Empfangsgebäude entfernt
  • zusätzlich:
  • Fußwege zur S-Bahn S5
  • Treppen, Aufzüge und Unterführungen
           

Ergebnis:
 
➡️ Der tatsächliche Umsteigeweg am Bahnhof Bad Homburgvon U2 zur S5 beträgt mindestens ca. 270 Meter
 
Das ist kein direkter Übergang, sondern ein zeitlich und physisch aufwendiger Umstieg.
Realität des Umstiegs:
270m lange Wege - statt direkter Anschluss

Die Planung geht davon aus:
dass der Bahnhof Bad Homburg ein besonders effizienter Umsteigeknotenpunkt ist
 
Doch die Realität zeigt:
 
  • kein bahnsteiggleicher Umstieg
  • keine kurzen Wege
  • keine direkte Verknüpfung
  • zusätzliche interne Wege innerhalb der U2-Endstation
       
Der Vorteil gegenüber der viel günstigeren alternativen Lösungen wie der 2-gleisigen S-Bahnstation Gonzenheim ist daher:
 
➡️ deutlich geringer als angenommen
Der entscheidende Punkt:
Der Umsteigevorteil am Bahnhof Bad Homburg existiert so nicht


Diese Variante bietet:
 
  • ebenfalls Umstieg zwischen U-Bahn und S-Bahn
  • vergleichbare Fußwege = 305 m·      
  • sogar 175m wären baulich möglich
  • deutlich geringere Baukosten von nur 5 bis 20 Mio €
  • einfachere Infrastruktur,
  • kurze Bauzeit,
  • keine finanzielle Belastungen
     

Vergleich:
der Fußweg zwischen der alternativen S-Bahn-Station Gonzenheim zur U2-Endstation Gonzenheim beträgt 305m.
Sogar 175m wären baulich möglich.
Doch eine alternative Lösung zur U2-Verlängerung wurde nicht ernsthaft betrachtet:
eine S-Bahnstation im Bereich Gonzenheim

Wenn:
  • der Umstieg am Bahnhof Bad Homburg nicht wesentlich besser ist
    (270m Fußweg von U2 zur S-Bahn S5)

  • als bei einer einfacheren Alternative
    (305m Fußweg von U2 Gonzenheim zur S-Bahnstation Gonzenheim)

dann entfällt der zentrale Vorteil der U2-Verlängerung.
Was bedeutet das konkret?

ein Hauptbestandteil der Nutzen-Kosten-Untersuchung (NKU)
 
Und dort gilt:
 
  • Zeitgewinne = größter Nutzenfaktor
 

Wenn diese Zeitgewinne überschätzt sind:
 
  • wird der gesamte NUTZEN künstlich erhöht -
  • und damit die hohen Baulosten von 200 Mio € gerechtfertigt
Auswirkungen auf die Wirtschaftlichkeit

Der angebliche Umsteigevorteil ist:

Die Folgen sind gravierend:
  • Nutzen wird zu hoch angesetzt
  • Wirtschaftlichkeit erscheint besser als sie ist
  • politische Entscheidungen basieren auf verzerrten Annahmen

Genau das bezeichnet man juristisch als:
➡️ Abwägungsfehleinschätzung
Konsequenz:
Verzerrte Entscheidungsgrundlage

Der behauptete Vorteil der U2-Verlängerung liegt vor allem im Bereich der Umsteigebeziehungen.
 

Genau dieser Vorteil ist jedoch:
 
  • planerisch nicht belegt
  • praktisch deutlich geringer
  • und gegenüber Alternativen nicht eindeutig überlegen
   
Fazit
Die Analyse zeigt klar:

  • Der zentrale Nutzen der U2-Verlängerung ist deutlich überschätzt.
  • Die Entscheidung basiert auf einer fehlerhaften Bewertung der Realität.
Klartext:

Fachaufsichtsbeschwerde betreffend der „Verlängerung der Stadtbahnlinie U2 in Bad Homburg“
  • Abwägungsfehler (§ 75 Abs. 1 VwVfG)
  • und Zweifel an der Plausibilität der Nutzen-Kosten-Untersuchung

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